DIE NEUE FLOW!
Die neue Flow liegt ab sofort für dich am Kiosk!
Oder du bestellst sie online zu dir nach Hause unter shop.flow-magazin.de.
Das sind die Themen in diesem Heft:
Ein neuer Blick aufs Leben
Die Erkenntnis, nur ein winziges Körnchen im Universum zu sein, kann befreiend wirken. Wie ein Perspektivwechsel mehr Leichtigkeit schenkt
Was machst du gerade?
Das haben wir drei Menschen gefragt, die uns inspirieren: Illustratorin Nephthys Foster, Vereinsgründer Johannes Laing und Keramikerin Carolin Ludwigs
Schöne Ferien
Voller Freude sehnen wir den nächsten Urlaub herbei. Wenn wir lernen, realistische Pläne zu schmieden, wird die freie Zeit wirklich erholsam
Perfektion ist unmöglich
Freiheit beginnt dort, wo wir aufhören, nach Kontrolle zu streben, sagt der Autor Oliver Burkeman. Wie eine Done-Liste zu mehr Gelassenheit verhilft
Lebenslauf: Esther Freud
Ihre turbulente Kindheit verarbeitet sie in ihren Romanen. Heute führt die Tochter des Malers Lucian Freud ein Leben, das mehr zu ihr passt
Im Feiermodus
Tanzen, singen, jubeln: Unsere Autorin untersucht, warum es so guttut, mal richtig aus sich herauszugehen
Essen als Medizin
Welch positiven Einfluss eine entzündungshemmende Ernährung auf Gesundheit und Wohlbefinden haben kann, erklärt Expertin Carlotta Polzer
Porträt: Maria Tallchief
Dass sie die erste Primaballerina Amerikas werden würde, war kaum vorstellbar: Wie Maria Tallchief vom Osage-Stamm ihren Traum verwirklichte
Flow Häppchen
Für dich entdeckt: Puzzle gegen Fernweh, ein Podcast über bedeutende Frauen, kreative Häkelkunst und mehr
Grüner Norden
In Finnland verabredet man sich gern direkt im Wald, die Natur gehört dort allen. An den anderen Zugang zu ihr könnte sich unsere Autorin gewöhnen
Bücher, um in die Natur einzutauchen
Die Lesetipps von Autor Roland Rödermund eröffnen ganz neue Perspektiven auf die Welt um uns und uns selbst
Schluss mit Selbstsabotage
Manchmal sind wir selbst unser größtes Hindernis. Wie wir uns nicht länger im Weg stehen, erklärt Psychologin Anne Otto
✂ Papierextras: Handy-Sticker & Malen nach Zahlen
Die Coverillustration hat Feline Pessey @lemon.fee gestaltet. Wir wünschen dir viel Freude beim Lesen!
LESEPROBEN aus der neuen FLOW
FLOW Nummer 98
Ein neuer Blick aufs Leben
Die Erkenntnis, nur ein winziges Körnchen im endlosen Universum zu sein, kann befreiend wirken: Sorgen schrumpfen, der Druck lässt nach, und Ängste relativieren sich. Roos van Hennekeler hat untersucht, warum es manchmal sehr guttut, sich ganz klein zu fühlen.
Auf meinem Schreibtisch liegt ein Stein. Es ist die Nachbildung eines prähistorischen Messers, um genau zu sein. Er ist flach, viereckig, mit scharfen Kanten und passt genau in meine Hand. Wenn ich von Mails, Deadlines oder meinen eigenen Gedanken verschlungen werde, nehme ich ihn kurz in die Hand. Seine raue Struktur und leichte Kühle beruhigen mich. Genau wie die besondere Erinnerung, die ich mit ihm verbinde: Mein Freund hat ihn mir geschenkt, nachdem wir uns während eines Sommerurlaubs in Slowenien jeden Abend Passagen aus einem Buch über Neandertaler vorgelesen hatten. Ich weiß noch, wie unser Campingnachbar vorbeilief, auf den Einband schaute und dann lachend den Kopf schüttelte. „Der nackte Neandertaler? Was liest die Jugend doch alles heutzutage?“ Von außen mochte es vielleicht komisch wirken. Doch bei uns löste die Vorstellung, dass es schon vor Hunderttausenden von Jahren eine Menschenart gab, die ähnlich wie wir heute durchs Leben stolperte, eine besondere Art Trost aus.
EIN WINZIGER PUNKT
Die Monate vor diesem Urlaub waren schwierig für mich gewesen und geprägt von dem Gefühl, überholt worden zu sein. Alle um mich herum schienen einen wirklichen Plan von ihrem Leben zu haben. Sie bekamen Kinder, machten Karriere, kauften Häuser. Mein Freund hatte hingegen gerade seinen Job verloren, ich verdiente mit meinen 35 Jahren als Freiberuflerin mal mehr und mal weniger Geld, und auf die Frage nach einem Kind hatten wir seit Jahren keine Antwort gefunden. Statt mich selbst und meine Situation anzunehmen, spukten in meinem Kopf unzählige Fragen herum. Würden wir uns jemals ein Haus leisten können? Eine Familie gründen? Hinkte ich tatsächlich so hinterher? Mein Leben, das ich eigentlich mochte, kam mir plötzlich wie eine Art Wettkampf mit unsichtbaren Spielregeln vor, die scheinbar jede:r verstanden hatte – außer mir. Meine Zweifel schienen wie weggeblasen, als wir im Triglav ankamen, einem slowenischen Nationalpark mit Ausläufern der Alpen. Vielleicht lag das auch am kristallklaren Bohinj-See und der kühlen Luft, vor allem aber lag es an den gewaltigen Gipfeln rundherum – ich fühlte mich unmittelbar leichter. Die Berge mit ihren scharfen Felskanten machten mich klein – auf eine positive Weise, als würde mich die Umgebung in sich aufnehmen. Mir dann beim Vorlesen noch vorzustellen, wie vor sehr langer Zeit Neandertaler genau hier unterwegs waren, sich austauschten, vielleicht miteinander lachten, gemeinsam aßen, veränderte etwas am Blick auf mein Leben. Es war, als würde ich herauszoomen und alles von weiter weg aus betrachten.
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Schöne Ferien
Voller Vorfreude sehnen wir im hektischen Alltag den nächsten Urlaub herbei – und laden die freie Zeit mit vielen Wünschen und Hoffnungen auf. Doch was, wenn es dann ganz anders wird als erhofft? Wie wir lernen, mit Enttäuschungen umzugehen und realistische Pläne zu schmieden.
1. LERNE AUS DEINEN VERGANGENEN REISEN
Bei der Urlaubsplanung ist es hilfreich, auf Reisen zurückzublicken, die du bereits gemacht hast. Daraus lassen sich viele Lehren ziehen. Laut der Psychologin Michelle de Mol überspringen wir diesen Schritt bei der Planung aber zu oft. „Menschen richten ihren Blick eher auf die Zukunft als auf die Vergangenheit. Sie wollen möglichst viel aus dem bevorstehenden Urlaub herausholen, obwohl es klug wäre, Entscheidungen auf Basis früherer Erfahrungen zu treffen.“ Mit ein paar einfachen Fragen an dich selbst bekommen deine Pläne schon mehr Richtung: Was fand ich an meiner letzten Reise schön? Wann wurde es mir zu viel? Wo konnte ich mich gut entspannen? Was hätte ich im Nachhinein gerne anders gemacht? Auch der US‑Professor und Verhaltenspsychologe Jeff Galak ist überzeugt, dass das Nachdenken über frühere Urlaube hilft herauszufinden, welches Reiseziel am besten zu dir passt. „Wenn die Reise ins Strandresort im vergangenen Jahr am Ende doch zu eintönig war, kannst du in diesem Jahr mehr Abenteuer wagen. Und wenn du dich im letzten Urlaub eher verausgabt als entspannt hast, streichst du diesmal ein paar Programmpunkte. So vermeidest du, dieselben Fehler Jahr für Jahr zu wiederholen.“ Reiseplanerin Lien Galle organisiert maßgeschneiderte Reisen. Sie rät, auch auf die kleinen Dinge zu achten, da diese ausschlaggebend für den positiven Verlauf einer Reise sein können. „Vielleicht warst du beim letzten Mal spät dran mit Buchen, sodass du im Zug nicht neben deiner Partnerin oder deinem Partner sitzen konntest – obwohl man sich gerade auf Reisen verbunden fühlen möchte.“ Es geht also nicht nur darum aufzuschreiben, was dir an früheren Urlauben gefallen hat oder nicht. Vielmehr solltest du versuchen, wiederkehrende Muster in deinem Reiseverhalten zu erkennen und herauszufinden, warum etwas zu einer positiven oder negativen Erfahrung geworden ist. All das können gute Ausgangspunkte für die Planung des nächsten Urlaubs sein.
2. FRAG DICH: WAS BRAUCHE ICH JETZT?
Ein Jahr ist nicht wie das andere. Vielleicht wolltest du letzten Sommer zur Ruhe kommen, weil du gerade einen neuen Job angefangen hast. In diesem Jahr geht es dir aber eher darum, aus deiner Routine auszubrechen, und du sehnst dich nach neuen Reizen. Halte vor der Urlaubsplanung also einen Moment inne und versuche dir folgende Fragen zu beantworten: Was fehlt mir gerade in meinem Leben? Wonach suche ich im Moment? Gerade wenn wir mit anderen Menschen gemeinsam reisen, egal ob Freund:innen oder Familie, ist es wichtig, seine Bedürfnisse nicht nur erkennen, sondern auch klar formulieren zu können.
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