DIE NEUE FLOW!
Die neue Flow liegt ab sofort für dich am Kiosk!
Oder du bestellst sie online zu dir nach Hause unter shop.flow-magazin.de.
Das sind die Themen in diesem Heft:
🌻 Entspannter arbeiten:
Im Job motiviert zu sein, ohne sich in ihm zu verlieren, ist eine Herausforderung. Was uns hilft, klug Grenzen zu setzen und bei uns selbst zu bleiben
🌻 Bin ich beliebt?
Angst davor zu haben, was andere über einen denken, nennt sich FOPO – Fear of Other People’s Opinions. Wie wir diese Sorgen überwinden
🌻 Lebenslauf: Maite Hontelé
Als Trompeterin feierte sie internationale Erfolge. Bis ein Burn-out die Niederländerin zwang, ihr Leben neu zu ordnen
🌻 Medizin für Frauen
Noch immer wird der weibliche Körper vernachlässigt, sagt die Gynäkologin Mandy Mangler. Zeit für ein Umdenken
🌻 Minikurs: Trekking
Herrlich, so eine Mehrtagestour in der Natur. Worauf es ankommt
🌻 Kreativer werden
Was uns hilft, unserer Kreativität freien Lauf zu lassen – zehn Erkenntnisse
🌻 Sticker-Liebe
Bunte Aufkleber begegnen uns gerade überall – und sie sind nicht nur Dekoration
🌻 Gesunder Umgang mit Narzissmus
Sie begegnen uns in Beziehungen, im Job, in der Familie: Wie wir mit Menschen klarkommen, die deutlich narzisstische Züge haben
🌻 Museumsglück
Sie sind der ideale Ort, um die Schatzkammer in unserem Kopf zu füllen – warum ein Besuch im Museum sich auf den unterschiedlichsten Ebenen lohnt
🌻 Bücher, die das Gute feiern
Buchtipps von Autorin und Lehrerin Julia Vieregge, die helfen, einen optimistischen Blick auf unsere Welt und Mitmenschen zu behalten
🌻 Bewusster atmen
Unser Atem ist so viel mehr als reine Luftzufuhr, sagt Atemtrainerin Christine Schmid. Wie wir ihn richtig nutzen
✂️ Papierextras: 2 Türschilder & One-Line-A-Day-Büchlein
Das Titelbild hat die Illustratorin Laura Gröndahl gestaltet. Wir wünschen dir viel Freude beim Lesen und Entdecken!
LESEPROBEN aus der neuen FLOW
FLOW Nummer 92
Entspannter arbeiten
Motiviert im Job zu sein, ohne sich in ihm zu verlieren, ist eine Herausforderung.
Was uns hilft, klug Grenzen zu setzen und die mentale Gesundheit zu schützen,
untersucht Journalistin Annemiek Leclaire.
Über den Monitor hinweg schaue ich zu meiner Kollegin am Schreibtisch gegenüber. Sie wirkt schon seit Wochen abgekämpft, reibt sich müde den Nacken und seufzt leise. In Meetings reagiert sie ungeduldig, mittags bleibt sie am Computer sitzen und isst hastig nebenbei. Mein Eindruck ist: Sie ist ziemlich überarbeitet. So wie ihr geht es derzeit vielen Menschen in Deutschland. Sie spüren die Folgen von Arbeitsverdichtung und Personalmangel, fühlen sich ausgebrannt und emotional erschöpft – oder sind ernsthaft erkrankt. Der Psychreport 2025 der DAK-Gesundheit zeigt, dass sich die Zahl stressbedingter Belastungen und psychischer Erkrankungen auf einem neuen Höchststand befindet. Depressionen, Ängste und Anpassungsstörungen sind die dritthäufigste Ursache für Ausfalltage im Job. Die Stiftung Eurofound, die die Arbeitsbedingungen in Europa regelmäßig untersucht, stellte in ihrem jüngsten Bericht fest, dass flächendeckend mehr als ein Drittel der Befragten mit sehr hohem Zeitdruck und Arbeitstempo im Job zurechtkommen müssen. Darüber hinaus sei die Arbeit in vielen Bereichen komplexer geworden. Egal ob Lehrer:in oder Pflegekraft: Neben den eigentlichen Aufgaben haben viele Menschen heute zahlreiche zusätzliche To-dos, müssen etwa administrative Pflichten erledigen, an hybriden Besprechungen teilnehmen, sich im Umgang mit künstlicher Intelligenz schulen. Hinzu kommen wachsende Unsicherheit und Zukunftsängste aufgrund der allgemeinen Weltlage – auch das belastet.

Im Kontrast dazu hat die Politik in den letzten Monaten eine andere Richtung eingeschlagen: Die Arbeitswelt benötige eine Neuausrichtung, unsere Produktivität müsse steigen, heißt es. Diskutiert wird etwa, ob die zulässige Wochenarbeitszeit erhöht werden soll, ob Teilzeitmodelle stärker hinterfragt werden müssen. Denn Deutschland stecke in einer Wirtschaftskrise, das Bruttoinlandsprodukt sinke. „Wir müssen in diesem Land wieder mehr und vor allem effizienter arbeiten“, forderte Bundeskanzler Friedrich Merz in seiner ersten Regierungserklärung, und ergänzte: „Mit Vier- Tage-Woche und Work-Life-Balance werden wir den Wohlstand unseres Landes nicht erhalten können.“ Angesichts dieser Entwicklung frage ich mich: Wie können wir einerseits motiviert im Job bleiben und uns aktiv einbringen, gleichzeitig aber unser Arbeitsumfeld so gestalten, dass wir uns vor Überlastung und den Folgen chronischer Erschöpfung schützen?
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Weiterlesen in der aktuellen Ausgabe von Flow
Flow Nummer 92
Miniaturen zum aufkleben
Sticker begegnen uns gerade überall, auf Laptops von Freund:innen genauso wie auf
Laternenpfählen. Was macht sie auch für Erwachsene so reizvoll?
Text: Eva Eß
Prilblumen. Die lachende Sonne mit der Aufschrift „Atomkraft? Nein danke.“ Das Peace-Zeichen. Manche Aufkleber haben längst Kultstatus. Und wer hat als Kind nicht gern ganze Alben mit Stickern gefüllt? Gerade erleben sie aber auch unter Erwachsenen eine wahre Renaissance. Wenn wir uns im Freund:innenkreis oder im Büro umschauen, entdecken wir sie auf Laptops, Notizbüchern und Trinkflaschen. Und wenn wir durch die Stadt ziehen, kleben sie auf Laternenpfählen, Mülleimern und in Toilettenkabinen. Mal sind sie einfach hübsch oder lustig, mal ziert sie ein kluger Spruch, mal kommen sie mit einer klaren Botschaft daher. Dass wir all das selbstklebend anbringen können, verdanken wir übrigens dem US-Amerikaner Richard Stanton Avery. 1935 brachte er das erste Selbstklebeetikett auf den Markt und entwarf damit die Grundlage für unsere Sticker. Heute sind sie nicht mehr aus unserem Alltag wegzudenken und erzählen ihre Geschichten an den unterschiedlichsten Orten. Kein Wunder: Sticker sind einfach und günstig herzustellen, schnell zu verteilen und erreichen so viele Menschen.
Sticker mit Haltung
Auch diverse Illustratorinnen sind in die Sticker-Produktion eingestiegen. Eine von ihnen ist Ina van Besel (@boob. studio). Sie arbeitet hauptberuflich als Übersetzerin und hat sich mit ihrer Kunst ein zweites Standbein aufgebaut. Seit 2023 gibt es auch Sticker in ihrem Onlineshop. „Ich konnte anfangs gar nicht einschätzen, wie gut sie ankommen. Mittlerweile aber verkaufen sie sich sogar besser als meine Prints und Postkarten“, sagt Ina. Gerade die feministischen Motive seien am beliebtesten. „Ich erkläre mir das so, dass Menschen sich damit positionieren und ihre Meinungen nach außen tragen wollen. Wenn eine feministische Botschaft auf dem Handy klebt, kann das Personen mit ähnlichen Einstellungen ansprechen und einen Safe Space kreieren.“
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