DIE NEUE FLOW!

Ab sofort am Kiosk oder per Post zu dir nach Hause bestellen:
die neue Ausgabe von Flow  ist da.

Die neue Flow hat sich herausgeputzt und wartet ab heute im festlichen Gewand am Kiosk auf dich. Das sind die Themen in diesem Heft:

// Wie Liebe uns trägt: Wir wünschen uns die eine Person an unserer Seite, die all unsere Bedürfnisse erfüllt. Doch das ist zu kurz gedacht. Über die vielen Facetten der Liebe und wie wir sie finden

// Achtsam trinken: Immer mehr Menschen greifen inzwischen regelmäßig zu alkoholfreien Drinks. Das tut nicht nur dem Körper gut

// Tarotkarten legen ist ein riesiger Trend. Unsere Autorin fragt sich, ob das Kartenlegen tatsächlich eine Art Lebenshilfe sein kann

// Wer ist Shonda Rhimes? Die Produzentin von Bridgerton und anderen TV-Serien-Hits verpackt ernste Themen in leichte Unterhaltung

// Im großen Interview: Ina Müller – Die Musikerin und Kabarettistin wuchs auf einem Bauernhof auf, arbeitete in einer Apotheke und stand erst mit 30 Jahren erstmals auf der Bühne. Wie sie ihren Weg ging

// Was ich gerade lese: Diesmal verrät Krimiautorin und Journalistin Simone Buchholz, welche Bücher auf ihrem Nachttisch liegen

// Weihnachtszauber: Die Natur hat Kochbuchautorin Theresa Baumgärtner zu märchenhaften Deko-Ideen und Plätzchenrezepten inspiriert. Fünf ihrer Ideen teilt sie mit uns

// Jetzt gibt’s Geschenke: Wir haben tolle Ideen für Freund:innen und die Liebsten aufgestöbert. Und schöne Teile, mit denen du dir selbst was Gutes tun kannst

// Zeit nur mit mir: Sich Zeit für sich selbst zu nehmen macht zufriedener, hat unsere Autorin festgestellt. Denn allein spürt man die eigenen Bedürfnisse besser und erlebt die Welt noch mal neu

// Achtsamkeit für jeden Tag: Gerade an Weihnachten versuchen wir oft Erwartungen und Rollen gerecht zu werden, die uns nicht guttun. Boris Bornemann verrät, wie wir das ändern können

// Papierextras: Geschenkpapier & 365-Tage-Kalender zum Basteln 

Die Coverillustration hat Künstlerin Sadhvi Konchada gestaltet.

 

Wir wünschen dir viel Freude beim Lesen!

 

LESEPROBEN aus der neuen FLOW

FLOW Nummer 62

Wie Liebe uns durchs Leben trägt

Wir wünschen uns die eine verwandte Seele an unserer Seite, die alle Bedürfnisse erfüllt. Doch das ist zu kurz gedacht, hat Journalistin Caroline Bujis festgestellt. Denn Freundschaften und Familie sind ebenso wichtig für unser Lebensglück. Wie wir unsere Beziehungen pflegen

Wir nannten sie „die Klammeräff­chen“: ein Pärchen in der Schule, das jede Pause ineinander verschlungen verbrachte. Sie saßen im Unterricht nebeneinander, stellten sich zusam­men in die Kaffeeschlange, radelten nach der Schule händchenhaltend nach Hause, kurzum: Sie machten alles zusammen. Ich selbst, noch ungeübt in der Liebe, betrachtete sie mit Eifersucht, zugleich aber auch mit leichtem Grausen. Vielleicht, weil mir meine älteste Schwester, die schon studierte, regelmäßig einbläute, dass ich unabhängig bleiben solle, wenn ich irgendwann einen Partner hätte. Doch das war leichter gesagt als getan. Als ich zum ersten Mal richtig verliebt war, wollte auch ich meinen Freund am liebsten immer an meiner Seite haben. In dieser ersten Bezie­hung und auch noch danach empfand ich es stets als schmerzhaft, wenn sich nach der ersten Verliebtheit all- mählich der Alltag einschlich. Neben allem Schönen bekamen meine Freunde dann nämlich auch etwas von meinen Schattenseiten mit, zum Beispiel von den Einsamkeitsgefühlen tief in meinem Inneren, die mich manchmal überfielen.

Im Nachhinein betrachte ich es als großes Glück, dass ich eine Woche nachdem ich mich in den Mann ver­liebt hatte, mit dem ich bis heute zusammen bin, Stewardess wurde: Plötzlich war ich gezwungen, auch alleine zurechtzukommen. Schritt für Schritt lernte ich, es mir gut gehen zu lassen, egal wie weit ich von zu Hause weg war. Und ich gewann Stück für Stück die Erkenntnis, dass es mir besser ging, wenn ich neben meiner Partnerschaft meine Freund­schaften und den guten Kontakt zu den Kolleg:innen pflegte.

Foto: Freestocks

WIR BRAUCHEN VIELE

Auch der Berliner Paartherapeut Hol­ger Kuntze findet es klug, sich nicht nur auf die Partnerschaft zu konzen­trieren, selbst in der ersten Verliebt­heitsphase nicht. „Man weiß ja noch gar nicht, ob aus der neuen Bezie­hung auch Liebe werden kann. Außer­dem führen häufige Treffen eventuell dazu, dass man zu schnell zu viele Informationen über den anderen bekommt, mit denen man noch gar nicht gut umgehen kann.“ So ent­stehe einerseits eine unnatürliche Nähe zu einem Menschen, der uns im Grunde noch fremd ist. Und gleich­zeitig vernachlässige man Freunde und Freundinnen, die einen schon viel länger begleiten.

Kuntze weiter: „Das Leben besteht doch aus der Aufrechterhaltung vieler sozialer Systeme. Ein einziger Mensch kann meiner Meinung nach gar nicht abdecken, was man im Leben an Schönheit und Tiefe erleben kann.“ Der Psychologe glaubt, dass wir heute dazu neigen, Liebesbeziehun­gen ziemlich überzubewerten, vor allem, wenn wir sie als zentralen Ankerpunkt unserer Lebenszufrieden­heit betrachten. Warum ist das so? Warum erwarten wir, dass der eine Partner, die eine Partnerin uns rundum glücklich macht? Dass er oder sie all das für uns ist, was früher das ganze Dorf war, in dem man lebte.

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Was sagen mir die Karten?

Mystischer Hokuspokus oder sinnvolle Lebenshilfe? Redakteurin Yvonne Adamek war sich da beim Thema Tarot nicht so sicher und hinterfragte den Trend

Meine polnische Oma hat mir von klein auf Karten gelegt. Zum Ärger meiner eher pragmatisch veranlagten Mutter, die den ganzen Zinnober bis heute für reine Zeitverschwendung hält. Ich selbst befinde mich irgendwo dazwischen. Mein Verstand kann nur schwer glauben, dass ein paar zufällig gezogene Karten meine Zukunft vo­raussagen können. Doch meine Oma hatte verdammt oft recht – mit meiner Fünf in der Mathe-­Vorabiklausur ge­nauso wie damit, dass ich mein Geld einmal mit Schreiben verdienen wür­de. War das Zufall oder kann man den Karten wirklich trauen?

Foto: Viva-Luna-Studios

SICH SELBST ERKENNEN

Fest steht: Es gibt offenbar viele, die sie zurate ziehen oder sonst wie auf höhere Mächte bauen. U.S. Games Systems, einer der führenden Heraus­geber von Tarotdecks in den USA, wo Spiritualität und freie Religionen schon länger einen großen Stellen­ wert besitzen, konnte seinen Jah­resumsatz bereits fünfmal in Folge verdoppeln. Und hierzulande setzen Gurus und spirituelle Meister:innen Umfragen zufolge jährlich zwischen 25 und 35 Milliarden Euro um. Viel­leicht hängt das damit zusammen, dass wir gerade stark verunsichert sind. Von Katastrophen wie dem Klimawandel und einer globalen Pan­demie, aber auch von einem Über­angebot an Möglichkeiten und einem Wegbrechen von Sicherheiten.

Tarotreaderin Noemi Christoph findet es jedenfalls nachvollziehbar, dass sich in Krisenzeiten viele mehr dem Spirituellen zuwenden. „Es war eine schwierige Phase meines Lebens, in der ich die Karten das erste Mal für mich entdeckte“, erklärt sie.

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