DIE NEUE FLOW!

Ab sofort am Kiosk oder per Post zu dir nach Hause bestellen:
die neue Ausgabe von Flow  ist da.

Die neue Flow ist ab heute am Kiosk und über unseren Onlineshop zu haben. Im Heft geht es dieses Mal um folgende Themen:

// NEUE PLÄNE SCHMIEDEN
Die Weltlage verlangt uns gerade eine Menge ab. Wie kann es gelingen, trotz Krisen und Ängsten unser Leben aktiv zu gestalten und Veränderungen anzustoßen? Dieser Frage ist unsere Autorin nachgegangen

// EIN HOCH AUF MICH
Stolz auf uns selbst zu sein fällt uns oft schwer. Warum eigentlich? Wie es uns gelingt, auch uns selbst mal zu feiern und falsche Bescheidenheit abzulegen

// WOHLTUENDE GERÄUSCHE
Manche Geräusche lösen ein wohliges Kribbeln in uns aus. Dieses Phänomen nennt sich ASMR und ist durch Youtube-Videos bekannt geworden. Was dahintersteckt

// LEBENSLAUF: AMY BLOOM
Die Schriftstellerin und Psychotherapeutin half ihrem an Alzheimer erkrankten Mann, so zu sterben, wie er es wollte. Wie sie den Verlust verarbeitete und insgesamt zu der wurde, die sie heute ist

// SÜDAFRIKAS WILDHÜTERINNEN
Zum Schutz bedrohter Wildtiere ist eine Gruppe von Rangerinnen Tag und Nacht im Kruger-Nationalpark im Einsatz. Unterwegs mit den Black Mambas

// PORTRÄT: JONI MITCHELL
Eine ganze Generation von Frauen findet sich in ihren gefühlvollen, nachdenklichen Texten wieder. In ihren Songs verarbeitet die Musikerin ihren eigenen Schmerz

// REZEPTE FÜR DEN WINTER
Eine große Portion Wohlgefühl gefällig? Hier kommen wärmende Gerichte für frostige Tage, inspiriert von der schwedischen Insel Gotland

// SICH BESSER KONZENTRIEREN
Manchmal fällt es so schwer, bei einer Sache zu bleiben, ohne dass die Gedanken ständig abschweifen. Warum das so ist und wie man seinen Fokus wiederfindet

// DIAGNOSE HERZSCHMERZ
Wenn eine Liebe endet, tut das weh. Dr. Boris Bornemann erklärt, was bei Liebeskummer mit uns passiert und wie Achtsamkeit uns unterstützen kann, ihn zu bewältigen

// ZITATE FÜRS LEBEN
Es gibt Sätze, die haben die Kraft, uns zu überraschen, zu trösten oder uns eine neue Perspektive aufzuzeigen. Wie tolle Zitate uns weiterhelfen und wo wir sie finden
// Papierextras: Einladungskarten und Offline-Büchlein

Die Coverillustration hat Flow-Grafikerin Madeline Schmolke gestaltet. Wir wünschen dir viel Freude beim Lesen und Entdecken!

 

LESEPROBEN aus der neuen FLOW

FLOW Nummer 71

Pläne schmieden in unsicheren Zeiten

Wie können wir unser Leben auch in Krisenzeiten gut gestalten – im Kleinen wie im Großen? Das hat sich Redakteurin Christiane Würtenberger gefragt und herausgefunden: Neugier, achtsamer Genuss und liebe Menschen helfen gegen die Angst und lassen uns handlungsfähig bleiben

An meinem Esstisch beugen wir uns über eine Landkarte der Alpen. Der Plan: Vier Frauen, die sich mehr oder weniger gut kennen, machen eine Hüttenwanderung, um die Natur zu erleben. Ich bin voll bei der Sache und wundere mich darüber. Denn obwohl ich gerne Pläne schmiede und Neues mag, bin ich in letzter Zeit zurückhaltend, selbst wenn es nur um die Reiseplanung fürs nächste Jahr geht. Auch meine Freundinnen erzählen, dass sich vieles, was früher gut war, plötzlich falsch anfühlt. Und dass sie sich Veränderungen nicht mehr zutrauen. Skiurlaub? Schwierig in Zeiten von Klimakrise und Energieknappheit. Die Arbeitszeit reduzieren, um eine Fortbildung zu machen? Erst mal abwarten, ob man den Job behält. Ein Jahr ins Ausland gehen? Vielleicht derzeit keine gute Idee.

Foto: Adobe Stock

ANGST IST NORMAL
Mit solchen Sorgen und einer großen Verunsicherung, wie sich die schwierige Weltlage auf uns persönlich auswirkt und was wir jetzt überhaupt noch planen können, sind wir nicht allein. Fast ein Viertel der Deutschen befürchtet etwa, durch die Inflation zu verarmen, wie eine Studie der Hans-Böckler-Stiftung aus dem vergangenen Jahr ergab. Und laut einer WHO-Statistik war die Wahrscheinlichkeit, an einer Angststörung zu leiden, während der Corona-Pandemie temporär um 25 Prozent erhöht. Mich belastet nicht zuletzt meine Ohnmacht angesichts all der Probleme. Ich möchte wieder handlungsfähig sein. Deshalb treffe ich mich in Berlin mit Jan Kalbitzer, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie. Er ist Experte für Stresssituationen und hat das Buch Krise als Neustart geschrieben. Er sagt: „Es ist normal, dass uns etwa der Krieg Angst macht, aber wir müssen lernen, Unwägbarkeiten auszuhalten. Ich kann mich ja dennoch fragen, was ich gerade brauche, damit es mir besser geht: ein schönes Abendessen zubereiten, Solarpaneele fürs Dach planen oder überlegen, wie ich Flüchtlingen helfen kann.“

Weiterlesen in der aktuellen Ausgabe von Flow

Mein unruhiger Geist - wie schaffe ich es, mich besser zu konzentrieren?

Am Laptop arbeiten oder ein Buch lesen, ohne dass die Gedanken ständig abschweifen – das fällt unserer Autorin zunehmend schwer. Ist sie einfach nicht diszipliniert genug oder steckt mehr dahinter?

Eine niedliche Szene neulich im Café: Ein etwa sechsjähriger Junge kritzelt in seinem Malbuch herum. Die Mutter unterhält sich mit einer Freundin, die Kellnerin serviert Kaffee, jemand lässt eine Gabel fallen. Der kleine Junge schenkt alldem keine Beachtung. Er ist ganz auf seine Buntstiftstriche fixiert, die Limonade steht unberührt daneben. Nichts und niemand kann ihn aus der Ruhe bringen. Ganz im Gegensatz zu mir. Obwohl ich schon den ganzen Vormittag vor meinem Laptop sitze, bin ich mit meiner Arbeit noch nicht sehr weit gekommen. Dafür habe ich eine Mail beantwortet, zwei Folgen einer Serie geschaut, die ich schon kenne, ein Oberteil in den Online-Warenkorb gelegt, das ich eh nicht bestelle, und der Frau am Nebentisch zugehört. Ihr E-Bike ist kaputt und sie plant Urlaub in Italien.

Wenn das konzentrierte Kind eine brennende Glühbirne ist, bin ich eine flackernde Leuchtstoffröhre. Leider laufen meine Arbeitstage in letzter Zeit häufig so ab. Manchmal be- schleicht mich das Gefühl, dass ich mich sogar bewusst auf jede Ablen- kung einlasse, die daherkommt. Ganz so, als wäre mein unruhiger Geist eine legitime Entschuldigung dafür, dass ich kaum etwas geschafft habe. Woran liegt das, und vor allem: Wie finde ich meinen Fokus wieder?

Foto: Adobe Stock

EINE FRAGE DES WILLENS
Dem griechischen Philosophen Platon nach leide ich an Akrasia, das sich mit Willensschwäche übersetzen lässt. A wollen, B tun. Oder C, D, E … Während sein Lehrer Sokrates glaubte, niemand zeige vorsätzlich selbstzerstörerisches Verhalten, behauptete Platon das Gegenteil. Der Akrasia-Begriff aus seiner antiken Schrift Protagoras beschreibt auch heute noch das Handeln wider besseres Wissen. Noch eine Folge bei Netflix gucken, auch wenn wir schon müde sind. Ein Schokoladencroissant statt Haferflocken frühstücken, obwohl wir uns doch gesünder ernähren wollen.

Habe ich tatsächlich ganz einfach nur zu wenig Disziplin? Oder liegt es noch an etwas anderem, dass ich mich so leicht ablenken lasse?

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