DIE NEUE FLOW!

Ab sofort am Kiosk oder per Post zu dir nach Hause bestellen:
die neue Ausgabe von Flow mit dem Titelthema „Mit meinem Leben zufrieden sein – wie schön!“  ist da.

Die neue Flow ist da und wartet ab heute am Kiosk auf dich. Das sind die Themen in diesem Heft:

// Zufrieden sein: Nicht immer ist das Leben großartig und aufregend. Wie können wir lernen, auch die Alltäglichkeiten wertzuschätzen?

// Nachhaltiger Kleiderschrank: Welche Schritte sinnvoll sind auf dem Weg zu einer bewussteren Garderobe

// Trockenblumen: Lange galten sie als Staubfänger, seit einiger Zeit erleben sie ein großes Comeback. Gut so, denn sie sind langlebig und leicht selbst zu machen

// Wut tut gut: Weshalb das aufbrausende Gefühl so wichtig ist

// Lebenslauf: Psychotherapeutin Philippa Perry

// Philosophin Ina Schmidt darüber, wie wir die Zukunft mitgestalten können

// Inspirierendes Leben: die Hamburger Fotografin Astrid Kirchherr

// Was wir von Bäumen lernen

// Wellbeing: Wie Hormonyoga bei Gefühlschaos, Schmerzen und Stress Linderung verschaffen kann

// Aufmerksam zuhören: wie es sich üben lässt

// Boris Bornemann: Was uns dabei helfen kann, zuversichtlich in die Zukunft zu schauen 

// Papierextras: Ausmalseiten und ein Spiel für bessere Gespräche

Die Coverillustration hat Künstlerin Bella Deng gestaltet. Wir wünschen dir viel Freude beim Lesen!

LESEPROBEN aus der neuen FLOW

FLOW Nummer 60

Mit meinem Leben zufrieden sein

Das Leben ist nicht immer großartig und aufregend. Langweilige Fernsehabende auf dem Sofa, Streitigkeiten und Sorgen gehören auch dazu. Caroline Buijs überlegt, wie wir lernen können, auch die alltäglichen Dinge zu schätzen

Es gab Sekt und Torte. Es gab Lieder von Schwestern, Kindern und Enkeln. Es gab jede Menge leckeres Essen und bunte Blumen. Es wurde gelacht und manchmal ein bisschen geweint. Die diamantene Hochzeit meiner Eltern – beide noch rüstig – war ein rührender Höhepunkt des vergange­ nen Sommers, als Corona eine kleine Verschnaufpause einlegte und wir uns kurz wieder etwas näherkommen konnten. Noch Tage danach zehrte ich davon, doch schon nach einer Woche erschien mir das alltägliche Leben wie­ der genauso langweilig und gewöhn­ lich wie zuvor. Ich hatte mich so sehr auf dieses Fest gefreut, nun war es vorbei und ich erledigte wieder Ein­ käufe im Regen, kochte liebevoll ein Essen, das mir trotzdem misslang, und machte mir Sorgen wegen der Arbeit. Und obwohl ich weiß, dass all das kein Grund zum Klagen ist und zum Leben nun mal dazugehört, hatte ich den­ noch Mühe, nach der Feier wieder in meinen Alltag zurückzufinden.

Foto: Unsplash – Nazym Jumadilova

SCHÖNE NEUE BILDERWELT

Dem normalen Leben schöne Seiten abzugewinnen ist nicht immer leicht. Dabei können vor allem Erwartungen von außen eine große Rolle spielen. Etwa dass man den schönen Schein aufrechterhalten muss und nicht über die Kinder meckern darf, die ihr benutztes Geschirr grundsätzlich einfach stehen lassen. Oder man orientiert sich zu sehr an den Nach­ bar:innen, die jedes Jahr begeistert aus dem Urlaub zurückkehren und nie Pech mit ihren Ferienhäusern zu haben scheinen. Vor allem, wenn man das eigene Leben mit den Bildern auf Instagram oder anderen sozialen Medien vergleicht, kommt es einem viel zu oft fad vor. Denn dieses ganz normale, alltägliche Leben begegnet einem dort eher selten. Autorin und Journalistin Nena Schink beschreibt in ihrem Buch Unfollow den negativen Einfluss von Social­Media­Plattformen auf unser Leben. „In einem Zeitraum von nur wenigen Jahren begannen Milliarden Menschen auf der Erde, lauter tolle Sachen über sich selbst zu berichten. Vom Urlaub in der Karibik bis zum schicken Essen – nichts bleibt auf Instagram mehr verborgen“, so Schink. „Das mag anfangs viel­leicht noch spannend und interessant sein, doch je länger wir auf diese Bil­der schauen, desto mehr wirken sie sich auf unsere sozialen Normen aus. Nicht der Mensch, sondern der schöne Schein rückt immer mehr in den Vordergrund. Und je mehr Raum ich diesen gefilterten Lebensberichten gebe, desto mehr wächst der Druck, diese dort dargestellten Erwartungen zu erfüllen – sowohl bei der Person, die diese Bilder aussendet, als auch bei der, die sie empfängt.“  

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Der nachhaltige Kleiderschrank

Die Kleidung die wir tragen, ist mehr als nur ein modisches Statement. Indem wir Teile reparieren, tauschen oder uns für faire Labels entscheiden, engagieren wir uns für Mensch und Natur. Welche Schritte sind sinnvoll auf dem Weg zu einer nachhaltige(re)n Garderobe?

Ich stehe vor meinem Kleiderschrank und betrachte die zusammengelegten Stapel von T-Shirts, Pullovern und Hosen. Die meisten Teile trage ich gern; ich kaufe bewusster ein als früher und wähle vor allem langlebige Materialien. Minimalistisch oder reduziert ist meine Garderobe trotzdem nicht. Ich habe das Gefühl, ich könnte mehr bewirken, mich mit der Mode, die ich trage, stärker für nachhaltige Werte einsetzen. Das Thema ist auch auf politischer Ebene hochaktuell. Vor Kurzem hat der deutsche Bundestag das Lieferkettengesetz verabschiedet, das Menschenrechte und Umweltstandards in der globalen Wirtschaft und damit auch in der Textilindustrie besser schützen soll. Deutsche Unternehmen müssen damit ab 2023 ihrer Sorgfaltspflicht entlang der gesamten Lieferkette nachkommen. Bei Gesetzesverstößen ihrer Zulieferer werden sie in die Verantwortung genommen. Doch Bündnisse wie die Initiative Lieferkettengesetz werten das Gesetz nur als Etappenerfolg – von einer Welt, in der Mode für Mensch, Tier und Natur fair ist, sind wir noch weit entfernt. Es kommt weiterhin auf jede und jeden Einzelnen an. Ich frage mich deshalb, wie ich meine Gewohnheiten sinnvoll verändern kann. Bedeutet ein nachhaltiger Kleiderschrank vor allem Verzicht? Oder gibt es noch mehr, was ich tun kann?

Foto: Unsplash – Priscilla du Preeze

INVENTUR IM KLEIDERSCHRANK

Um Antworten zu finden, verabrede ich mich mit Anna Kessel, Mitgründerin des Online-Magazins Die Konsumen- tin. Mit ihrer Freundin Esther Rühe schreibt Anna über Slow Fashion, Textilwirtschaft und Umweltthemen. Im Mit- telpunkt steht für die Kölnerin der Spaß an Mode. „Ich komme aus einer sehr modischen Familie, habe früher viel Theater gespielt und tolle Kostüme getragen. Ich finde es wunderschön, was Kleidung mit uns macht und welchen Ausdruck sie uns verleiht. Aber nicht auf Kosten der Um- welt und der Menschen, die an der Produktion beteiligt sind“, sagt Anna. Wegweisend für ihr Engagement war das Fabrikunglück von Rana Plaza im Jahr 2013, bei dem mehr als 1100 Näher:innen starben. „Esther und ich liebten es, gemeinsam zu shoppen. Doch als wir die Bilder von Rana Plaza sahen, waren wir schockiert. So wird unsere Klei- dung produziert? Daran haben wir Freude? Meinen Blick

hat das nachhaltig verändert“, erinnert sich Anna. Für sie ist eine Zahl besonders aussagekräftig: 80 Prozent der Beschäftigten in der Fast-Fashion-Industrie sind Frauen. Der Großteil von ihnen ist jünger als 30 Jahre. Sich für Feminismus zu engagieren bedeutet für Anna deshalb auch, die eigene Garderobe unter die Lupe zu nehmen.

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