DIE NEUE FLOW!

Ab sofort am Kiosk oder per Post zu dir nach Hause bestellen:
die neue Ausgabe von Flow  ist da.

Die neue Flow ist ab heute am Kiosk oder über unseren Onlineshop zu haben. Im Heft geht es dieses Mal um folgende Themen:

// Entdecke dich neu
Wir glauben zu wissen, wer wir sind. Doch es lohnt sich, unser Selbstbild einmal zu überprüfen und die eigene Geschichte vielleicht sogar umzuschreiben. Denn so können wir herausfinden, wer wir noch sein können

// Was machst du gerade?
Das haben wir drei Menschen gefragt, die uns inspirieren: Designerin Michaela Schwarzer, Textildesignerin Eike Braunsdorf und Keramikerin Katharina Ort

// Der Zauber der Kreativität
Die Welt stellt uns vor immer komplexere Probleme. Doch in allen von uns schlummern Ideen, wie wir ihnen begegnen können. Wie wir sie wachkitzeln

// Alltagspoesie
Liebe, Mut, Selbstfürsorge: Immer mehr Poetinnen und Autoren posten auf Instagram schön gestaltete Sinnbotschaften – und regen uns so zum Innehalten an

// Kann ich das wirklich?
Kennst du die Angst, dass irgendwann alle merken, dass du eigentlich unfähig bist? Nennt sich Hochstapler:innen- Syndrom und darunter leiden viele. Was dagegen hilft

 

// Mit Yoga die Welt verändern
Viel mehr als eine Körperübung: Yoga lässt uns freundlicher mit uns und anderen umgehen, sagt die Aktivistin und Yogalehrerin Bettina Schuler. Und das bringt viel in Gang

// Lebenslauf-Interview
Die britische Segelsportlerin und Einhandseglerin Samantha Davies trotzt leidenschaftlich den Naturgewalten – und engagiert sich für herzkranke Kinder. Hier erzählt sie ihre Geschichte

// Das hält die Liebe lebendig
Das A und O einer glücklichen Beziehung? Ein regelmäßiger Austausch, sagen die Paartherapeuten John Gottman und Julie Schwartz Gottman, seit über 35 Jahren ein Paar

// Porträt
Martha Gellhorn: Sie war eine der ersten Kriegsreporterinnen und berichtete mutig und mit neuem Blick über Konflikte. In ihrem Fokus: das Leid der einfachen Menschen

// Vegetarisch grillen
Die englische Kochbuchautorin Rukmini Iyer grillt gerne fleischlos und lädt dazu Familie und Freund:innen ein. Eine Auswahl ihrer besten Rezepte

// Was ich gerade lese
Regelmäßig fragen wir Buchmenschen nach ihren aktuellen Leseempfehlungen – dieses Mal die Bloggerin und Buchhändlerin Marlene Münßinger

// Papierextras: Slow-down-Zettel und der dritte Flow Minikurs „Japanische Weisheiten“

Die Coverillustration hat Eileen Corse gestaltet. Wir wünschen dir viel Freude beim Lesen und Entdecken!

LESEPROBEN aus der neuen FLOW

FLOW Nummer 67

Entdecke, wer du noch sein kannst

Wir glauben, eine klare Vorstellung davon zu haben, wer wir sind und was uns ausmacht. Doch es lohnt sich, unser Selbstbild auf den Prüfstand zu stellen und unsere eigene Geschichte vielleicht sogar umzuschreiben, fand Journalistin Caroline Buijs heraus

Auf meinem ersten Zeugnis aus der Grundschule steht in Handschrift geschrieben: „Caroline ist eine aufmerksame Schülerin. Sie strengt sich an, alles so gut wie möglich zu machen. Damit setzt sie sich manchmal unter Druck.“ Diese Sätze haben sich in mein Gedächtnis eingebrannt. Im Laufe der Jahre kamen weitere Erfahrungen und Zuschreibungen hinzu und prägten, wie ich mich sehe. Und obwohl ich mich meist ganz in Ordnung finde, kommt es immer öfter vor, dass ich die Geschichte leid bin, die ich über mich selbst erzähle: wenn ich wieder einmal jemandem beichte, wovor ich mich fürchte – vor dem Autofahren, Small Talk oder der Dunkelheit – oder dass ich es mit meinem Perfektionismus oft übertreibe, etwa wenn ich wie verrückt das ganze Haus aufräume, bevor Besuch kommt. Ich frage mich allmählich, ob der Teil in mir, der sich bemüht, alles so gut wie möglich zu machen, zu oft das Steuer übernimmt, während andere Persönlichkeitsanteile schweigend zurückbleiben.

Es geht mir ein bisschen wie Rachel aus der Fernsehserie Friends. In letzter Sekunde lässt sie ihren Verlobten am Altar stehen, weil ihr klar wird, dass in ihr mehr schlummert als nur diese eine Rachel, die sie bis jetzt immer war. Am Telefon erklärt sie ihrem Vater mithilfe einer Metapher, wie gefangen sie sich in ihrer bisherigen Rolle fühlt: „Es ist, als hätten mir alle mein Leben lang gesagt: ‚Du bist ein Schuh. Du bist ein Schuh. Du bist ein Schuh.‘ Aber heute habe ich mich plötzlich gefragt: ,Was ist, wenn ich kein Schuh sein will? Was ist, wenn ich eine Handtasche sein will oder ein Hut?‘“

Foto: Adobe Stock

FAHRGÄSTE IN EINEM BUS

Die amerikanischen Psychotherapeut:innen Hal und Sidra Stone gehen davon aus, dass wir nicht nur ein oder zwei, sondern viele Persönlichkeiten in uns tragen, die zum Teil sogar widersprüchlich sein können. In ihrem Buch Du bist viele nutzen sie zur Erklärung das Sinnbild eines voll besetzten Busses: „Deine verschiedenen Persönlichkeitsanteile sind die Fahrgäste, und du selbst sitzt am Steuer. Ihr wollt aber nicht alle in die gleiche Richtung und habt unterschiedliche Vorstellungen davon, wie der Bus gefahren werden soll. Dein Perfektionist will zum Beispiel, dass du mit Bravour fährst, dein Schmeichler will, dass alle Spaß haben, und dein Antreiber will so schnell wie möglich ans Ziel kommen. Wenn diese Fahrgäste dir, der Fahrerin oder dem Fahrer, ab und zu ihre Wünsche mitteilen, ist das noch zu schaffen. Allerdings drängen sie dich regelmäßig beiseite und übernehmen selbst das Steuer. Dadurch wird deine Entscheidungsfreiheit sofort eingeschränkt.“

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Mit Yoga die Welt verändern

Viel mehr als nur Körperübungen sind Sonnengruß & Co. für die Yogalehrerin, Autorin und Aktivistin Bettina Schuler. Die Philosophie dahinter lässt uns freundlicher mit uns und anderen sein − und das kann viel bewirken

Manche nutzen Yoga zum Entspannen, andere, um fit zu werden. Wie würdest du Yoga für dich beschreiben?
Auf jeden Fall ist es für mich kein weiteres Tool zur Selbstoptimierung oder eine Sportart. Es ist ein Lebenskonzept, mit dem wir mehr bei uns selbst ankommen und uns mit der Umwelt verbinden können. Es geht viel darum, wieder ein Gespür für den Körper und Atem zu bekommen. Es geht um Ermächtigung und das Gefühl, mein Schicksal selbst in der Hand zu haben. Ist dieses Konzept das einzige wahre? Wahrscheinlich nicht. Aber eines, das einem ein glücklicheres Leben bescheren kann.

Credit: Adobe Stock

Mit Yoga das Glück finden – das klingt zu schön, um wahr zu sein. Was bedeutet Glück denn für dich?
Glück ist nichts von Dauer. Es ist eher ein flüchtiger Moment, der einen überkommt, wenn plötzlich der Lieblingssong im Radio läuft oder man seinem Kind beim Schlafen zusieht. Immer wieder spüre ich diesen Moment auch in einer Yogastunde, wenn ich zum Beispiel im Baum stehe und konzentriert versuche, mein Gleichgewicht zu halten. Dann denke ich nicht mehr über Einkaufslisten nach, sondern bin ganz bei mir. Genau dieser Fokus ist es, der uns hilft, unser Glück zu finden. Je mehr man sich in sich selbst zu Hause fühlt und sich als Teil des Ganzen spürt, umso häufiger kann man diese leichten Momente und die Verbundenheit mit der Welt spüren.

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