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DIE NEUE FLOW IST DA!

Flow Cover

DIE NEUE FLOW!

Die Jubiläumsausgabe von Flow liegt ab sofort für dich am Kiosk!
Oder du bestellst sie online zu dir nach Hause unter shop.flow-magazin.de.

Das sind die Themen in diesem Heft:

 

Deine Träume verwirklichen
Oft scheitern unsere Pläne nicht an ihrer Größe, sondern daran, dass wir zu lange auf den perfekten Zeitpunkt warten. Autorin Annemiek Leclaire untersucht, wie man ins Handeln kommt

Kreativschmiede
Was bringt uns auf neue Ideen – und was hilft, wenn sie ausbleiben? Sieben Kreative teilen ihre besten Tipps

Lebenslauf: Louisa Dellert
Als Influencerin ging sie lange über ihre Grenzen – bis ihr Körper die Reißleine zog. Heute stellt sie toxische Schönheitsideale infrage und findet in ihrem Buchcafé zurück in ein analoges Leben

Umgang mit Angst
Viele Menschen leiden unter diffusen Sorgen und innerem Druck. Wie man Anxiety bewältigen kann, erklärt die Psychologin Pauline Stockmann

Athen erleben
Unsere Autorin lässt sich vom besonderen Rhythmus der Stadt mitreißen und den Menschen, die sich von Widrigkeiten nicht unterkriegen lassen

Blick auf dich
Im Alltag gehen wir selten bewusst in uns. Dabei ist das so hilfreich. Wie gezielte Fragen zur Selbstreflexion anregen können

Dinge, die wir lieben
Wir sind in Feierlaune und haben tolle Deko, Drinks und weitere Accessoires für deine nächste Party aufgestöbert

Soundtrack für die Seele
Ein guter Song kann uns Energie geben, zum Träumen verleiten oder auffangen: Über die Kraft der Musik und wie sie uns durchs Leben trägt

Porträt: Romy Schneider
Als Kaiserin Sissi eroberte sie die Kinos und Herzen der Menschen. Später befreite sie sich in Paris vom zuckersüßen Image und ging ihren eigenen Weg

Bücher für mehr Achtsamkeit
Die Lesetipps von Psychologin Muriel Mertens helfen, die Dinge leichter zu nehmen und im Moment zu verweilen

Pause vom Dating
Alleinsein kann auch guttun, merkt Journalistin Annemiek Leclaire. Sie untersucht, was es mit dem aktuellen #boysober-Trend auf sich hat

✂️ Papierextras: Kuchendeko und 100-Fragen-Büchlein

Das Titelbild hat Hu Jiangpiao @sanyu_night gestaltet. Wir wünschen dir viel Freude beim Lesen und Entdecken der neuen Flow.

LESEPROBEN aus der neuen FLOW

FLOW Nummer 100

Träume verwirklichen – wie uns das gelingt

Schattenbild einer Frau die in den Himmel guckt
Illustration: Daniel Pratt

Ein neues Hobby, eine weite Reise, ein neuer Job – oft scheitern unsere Pläne nicht an ihrer Größe, sondern daran, dass wir zu lange auf den perfekten Zeitpunkt warten. Doch der kommt vermutlich nie, befürchtet Annemiek Leclaire. Und hat sich gefragt, wie man endlich ins Handeln kommen kann.

Vor Kurzem las ich einen sehr interessanten Artikel. Darin erzählte eine Hochschuldozentin, wie sie nach Jahren in der Wirtschaft noch einmal von vorne angefangen hat. Sie sehnte sich nach etwas mit mehr Sinn. Um sich diesen Wunsch zu erfüllen, verkaufte sie ihr Eigenheim. Einen Teil des Erlöses nutzte sie dann, um mit über 40 noch einmal zu studieren. Diese Geschichte hallte lange in mir nach. Immer wieder erzählte ich Freund:innen davon. Ich war begeistert von der Idee, auch später im Leben die Karten noch mal ganz neu mischen und sich für einen anderen Weg entscheiden zu können. Klar, nicht jede hat ein Eigenheim, und nicht jeder ist in der Lage, noch einmal zu studieren, und trotzdem: Es gibt einfach Menschen, die tun, wovon sie träumen – egal, welche Entbehrungen sie dafür in Kauf nehmen oder aus welcher Komfortzone sie sich herausbewegen müssen. Sie paddeln tagelang mit dem Kajak über Flüsse, gründen neben ihrem Job ein Unternehmen oder bringen in Eigenregie ein Buch heraus. Es muss ja noch nicht einmal so groß sein. Ich finde es auch schon bewundernswert, sich im fortgeschrittenen Alter ein neues Hobby zu suchen, eine Sprache zu lernen oder mit dem Camper durch Europa zu reisen. Als jemand, der eher zögerlich veranlagt ist, stelle ich mir dabei vor allem immer eine Frage: Warum scheint es manchen scheinbar mühelos zu gelingen, etwas Neues anzufangen, und warum träumen andere (so wie ich) zwar gerne von neuen Abenteuern, setzen sie aber selten bis nie in die Tat um?

Vermutlich liegt es nicht so sehr an der Größe des Projekts oder den finanziellen Möglichkeiten – manche Menschen fangen einfach an mit etwas Neuem. Sie schnappen sich den Pinsel, die Wolle, das Mikrofon, das Kajak oder den Campingbus und legen los. Denn genau darum geht es: Das Leben rauscht ja gern mal nur so an einem vorbei. Überall lauern Ablenkungen, die To-do-Listen scheinen endlos. Und während man verzweifelt versucht, alles im Griff zu haben, vergisst man schnell, was man wirklich will. Dieses Problem greift der britische Autor Oliver Burkeman in seinem Buch Leider nicht unsterblich auf. Darin geht es um die Begrenztheit unserer Zeit und was wir daraus machen können. Burkeman sagt: „Das Leben ist chaotisch und wird immer chaotisch bleiben.“ Und wenn man nicht aufpasst, ist man nach seiner Ansicht nur noch damit beschäftigt, den Alltag irgendwie unter Kontrolle zu halten. Doch damit unterliegen wir laut Burkeman einem gravierenden Denkfehler: Wir glauben, dass erst einmal alle Aufgaben abgehakt und wir allen Verpflichtungen nachgekommen sein müssen, bevor wir uns anderen Dingen zuwenden können, die uns vielleicht glücklicher oder zufriedener machen würden. Doch Geschäftigkeit bedeutet nicht, dass man nicht schon nebenbei ein paar Dinge anders machen kann.

Reflexionsfragen

Ein neuer Blick auf dich selbst

Frau schreibt in ein Notizbuch
Illustration: Onbab

In der Hektik des Alltags bleibt oft kaum Zeit, innezuhalten und das eigene Leben bewusst zu betrachten. Dabei sind solche Momente des Nachdenkens wichtig für uns und unsere Entwicklung. Wie uns Reflexionsfragen auf die Sprünge helfen können:

Erst neulich stand ich an der Supermarktkasse und ließ meinen Blick über das Zeitschriftenregal wandern. Da blieb ich an einer Frage hängen: „Wer bist du, wenn niemand hinsieht?“ Ja, wer eigentlich? Den ganzen Tag ging mir diese Frage nicht mehr aus dem Kopf. Sie tauchte immer wieder auf, schob sich leise in meine Gedanken. Eine richtige Antwort habe ich bis heute nicht gefunden. Und ehrlich gesagt ist das auch nicht so wichtig. Denn was ich an solchen Fragen mag, ist vor allem, dass sie meinen inneren Autopiloten für einen Augenblick ins Stocken bringen und etwas Wertvolles in Gang setzen: Ich halte inne, denke nach und begegne mir selbst ein klein wenig neu. Das laute Rauschen des Alltags tritt für einen Moment in den Hintergrund.

WIE EIN SONNENSTRAHL

Dieses Spontane und Unerwartete ist es, was für die Psychologin Tanja Köhler eine gute Reflexionsfrage ausmacht: „Manchmal blendet sie uns fast wie ein Sonnenstrahl“, sagt sie. Dabei ist es gar nicht wichtig, ob die Frage groß ist oder klein, kompliziert oder eher verspielt. „Es geht viel eher darum, dass sie einen berührt, neugierig macht oder manchmal sogar auch irritiert und Widerstände in einem auslöst. Wichtig ist letztendlich nur, dass sie etwas in uns anspricht, das vielleicht schon länger in uns arbeitet, aber bislang keine Möglichkeit hatte, sich zu zeigen.“ Dabei gilt laut Köhler: „Alles kann und nichts muss.“ Damit meint sie, dass es bei der Beschäftigung mit Reflexionsfragen nicht darum gehe, Leistung abzurufen und unbedingt Antworten zu finden. Vielmehr seien sie eine Möglichkeit, in Kontakt zu kommen: mit sich selbst, den eigenen Bedürfnissen, mit dem, was im Moment wirklich wichtig ist.

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