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DIE NEUE FLOW IST DA!

DIE NEUE FLOW!

Ab sofort am Kiosk oder per Post zu dir nach Hause bestellen:
die neue Ausgabe von Flow  ist da.

Suchst du eine Begleitung für gemütliche Winterabende? Hier ist sie! Die neue Flow ist ab heute zu haben und hat diese Themen für dich im Gepäck:

//Klarheit finden und den eigenen Weg gehen: Unser Leben hat sich stark verändert, das verunsichert. Aber es ist auch ein guter Anlass, um sich zu fragen: Wie will ich leben? Wie wir das herausfinden und ab jetzt danach handeln können

//Wie gut es tut, etwas Neues zu lernen: In unserer Welt scheint es unausweichlich, dass wir uns ständig weiterentwickeln. Wunderbar! Weshalb es so guttut, immer wieder etwas Neues zu lernen

//Gott geht online: Junge Geistliche suchen neue Wege, um Menschen zu erreichen. In den sozialen Medien sprechen sie über Glauben – und über Themen wie Menstruation und Feminismus

//Im Lebenslauf-Interview: Jessica Meir – schon als Kind wollte die Amerikanerin Astronautin werden. 2019 erfüllte sich ihr Traum: Sie flog zur Raumstation ISS. Hier erzählt sie von ihrem Lebensweg

//Wie Frauenherzen schlagen: Allzu oft werden Herzprobleme von Frauen mit denen von Männern verglichen, sagt Kardiologin Janneke Wittekoek. Warum dringend ein Umdenken gefragt ist

//Porträt: Sophia Loren – Talent und Hartnäckigkeit brachten die italienische Schauspielerin aus armen Verhältnissen bis nach Hollywood. Auch heute, mit 87, hat sie nichts von ihrer Strahlkraft verloren

//Achtsamkeit für jeden Tag: Visualisieren ist ein gutes Mittel, um Ziele zu erreichen. Experte Boris Bornemann erklärt, wie das genau funktioniert

//Neuentdeckung der Lust: Je klarer wir unsere Bedürfnisse und Grenzen formulieren, desto erfüllter ist unser Sexleben. Was uns dabei hilft

//Papierextras: 18 illustrierte Sticker von Lindsay Gardner und ein Wandkalender von Elizabeth Olwen.

Die Coverillustration hat ebenfalls Künstlerin Elizabeth Olwen gestaltet. Wir wünschen dir viel Freude beim Lesen und Entdecken!

LESEPROBEN aus der neuen FLOW

FLOW Nummer 63

Klarheit finden und den eigenen Weg gehen

Unsere Welt hat sich stark verändert, und das verunsichert uns. Autorin Annemiek Leclaire findet: Ein guter Zeitpunkt, um innezuhalten und sich zu fragen: wie will ich leben? Was habe ich verloren? Und welche Werte sind mir ab jetzt wichtig? Die Journalistin blickt mit uns zurück und nach vorn

„Aktiv zu trauern sollte im kommenden Jahr eine hohe Priorität haben – das gilt für uns persönlich Wie auch als Gesellschaft.“

Der Januar ist ja prinzipiell ein guter Monat, um einmal kurz innezuhalten und eine Art Check-up für das eigene Leben zu machen: Wie war das vergangene Jahr? Was war schön, was bleibt in Erinnerung und wie geht’s weiter? In diesem Jahr jedoch fällt mir das Revuepassierenlassen ebenso schwer wie das Finden guter Vorsätze. Ich merke, dass ich nach fast zwei Jahren Leben mit Corona ganz schön erschöpft bin und hin- und hergerissen zwischen verschiedenen Gefühlen: der Wehmut, etwa über die ausgefallene, nicht nachholbare Abi-Feier meiner Tochter. Der Erleichterung, niemanden verloren zu haben – im vergangenen Januar wäre ein Freund von mir fast an Covid gestorben. Dann ist da natürlich eine große Freude über die zaghaft wiederkehrende Normalität – und Frust, weil so vieles in meinem Alltag schon wieder (fast) so hektisch ist wie früher. Ich möchte eigentlich gar nicht ganz dahin zurück, wo ich war. Aber wohin soll’s stattdessen gehen? Wie finde ich einen neuen Kompass?

Foto: Carlos de Miguel / Unsplash

Ich spüre ein Unbehagen, das in meinem Umfeld viele erfasst hat: Es ist gut, dass die Pandemie an Schrecken verliert, aber die „Befreiung“ fühlt sich gleichzeitig nicht so frei an wie gedacht. Erst jetzt wird mir bewusst, dass mich der Lockdown auch einem Leben nähergebracht hat, wie ich es mag: mit weniger Terminen, dafür mit mehr Zeit, um mich den Menschen zu widmen, die ich liebe – sowie den Werten und Aktivitäten, die mich zu einem glücklicheren Menschen machen. Innerlich denke ich: Die Pandemie muss doch zu irgendetwas gut gewesen sein!? Gleichzeitig fehlt mir die Energie, für mich ein wirkliches Fazit zu ziehen und entsprechende Veränderungen anzuschieben.

ZEIT ZUM INNEHALTEN

Vielleicht ist das überhaupt die wichtigste Erkenntnis: Wir sollten alle erst einmal langsam machen, weil es viel zu verarbeiten gibt. Es ist wichtig, dass wir uns realistisch mit dem auseinandersetzen, was uns die letzten anderthalb Jahre gekostet haben. Während eines Online-Coaching-Kurses, den ich kürzlich mitgemacht habe, hat die amerikanische Lebensberaterin Martha Beck alle Teilnehmer:innen gebeten aufzulisten, was sie während der Pandemie für immer verloren haben. Sofort strömten Hunderte von Nachrichten herein. Und nach ein paar Minuten saß Beck fassungslos vor der Kamera, so nah gingen ihr die Antworten im Chat. Väter, Mütter, Schwestern, Brüder, beste Freunde waren an dem Virus gestorben; andere hatten Firmen, Projekte, Jobs und Zukunftsträume verloren; Beziehungen waren zerbrochen, einmalige Anlässe wie Hochzeiten und Abi-Prüfungen konnten nicht feierlich begangen werden. Doch teils waren die Verluste auch weniger konkret: Jemand sagte, er habe jede Hoffnung verloren, ein anderer das Vertrauen in Freundschaften; ein dritter erwähnte, keine Geborgenheit mehr empfinden zu können, nachdem die Welt plötzlich quietschend und krachend zum Stillstand gekommen war.

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Aus Freude am Lernen

Die Welt verändert sich in schnellem Tempo, und es scheint wichtiger denn je, dass wir offen sind für Neues und uns weiterentwickeln. Autorin Hagar Jobse hat das bis vor kurzem gestresst. Inzwischen hat sie gemerkt, wie bereichernd Lernen sein kann

„Mein Wissensretreat zu Hause“ – so nenne ich die Phase, die gerade hinter mir liegt. Im letzten Jahr las ich ein Buch nach dem anderen, verbesserte mein Schwedisch mit einer Lern-App, belegte einen Onlinekurs in östlicher Philosophie und hörte mir Dutzende Podcasts über Psychologie und persönliche Weiterentwicklung an. Es erinnerte mich an damals, mit Anfang 20, als mein Leben hauptsächlich aus Lernen bestand. Nachdem ich mit der Schule fertig war, studierte ich Geschichte, und die Uni war für mich wie ein Spielplatz: Zum ersten Mal durfte ich mir aus einer riesigen Auswahl an Fächern selbst aussuchen, in welchem Bereich ich mein Wissen vertiefen wollte. Als ich dann anfing zu arbeiten, fand diese Phase ein abruptes Ende. Natürlich lernte ich auch in meinem Job viel dazu. Doch für Bücher, neue Interessengebiete oder ein Hobby nahm ich mir kaum noch Zeit – mein privates Weiterbildungsprogramm geriet ein wenig ins Stocken. Erst als ich in den letzten Monaten unerwartet Muße fand, mal wieder stundenlang in Büchern und Podcasts abzutauchen, entdeckte ich sie neu für mich: die Lust am Lernen.

Foto: Rafaela Mascoro / Studiograndpere

IN GANG GEBRACHT

Andere waren gezwungen, sich innerhalb kürzester Zeit neues Wissen anzueignen. Lehrer:innen mussten plötzlich virtuellen Unterricht geben, Kreative programmierten Onlineshops, um ihre Produkte weiter anbieten zu können, Therapiesitzungen fanden in Form von Videoterminen statt. Die Pandemie hat in Sachen Digitalisierung allerhand in Gang gebracht. Dadurch taten sich viele neue Möglichkeiten auf, die es bisher nicht gab: Plötzlich konnte ich von meinem Wohnzimmer aus eine Lesung besuchen, die in München stattfand, oder an einem virtuellen Kreativworkshop teilnehmen, für den mir das Material einfach zugeschickt wurde. Die Hürden zu Informationen und neuen Inhalten sind damit niedriger als je zuvor.

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